Epsilon-Bootes

Aus Mark Brandis
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Doppelstern im Sternbild Bootes (Bärenhüter), sichtbar von der nördlichen Hemisphäre aus. Er ist ca. 210 Lichtjahre von der Erde entfernt. Auch bekannt unter den Namen Izar. Vermuteter Herkunftsort der Epsilon-Sonde.

Zum Hintergrund der Theorie von Duncan Lunan: Gegen Ende der zwanziger Jahre waren Wissenschaftler erstaunt, als sie verzögerte Funksignale (so genannte LDEs, die Abkürzung der englischen Bezeichnung »long delayed echoes«) von kurzwelligen Radiosignalen empfingen. Aufzeichnungen der LDEs wurden von Dr. B. Van der Pol in den Niederlanden aufbewahrt. Und erst viele Jahre später, in den frühen siebziger Jahren, begann der schottische Autor Duncan Lunan eine intensive Studie dieser Aufzeichnungen. Indem er die Reichweiten der Echos aufzeichnete, erhielt er eine Karte, die das Bootes-Sternbild wiedergab, und entwickelte seine Theorie, dass es eine außerirdische Raumsonde gäbe, die sich im Orbit der Erde befände und von Epsilon Bootes gekommen sei. Der Funkkontakt mit Epsilon Bootes habe dann die LDEs zur Folge gehabt. Zahlreiche kritische Äußerungen gegenüber dieser Theorie und besonders gegenüber der Karte wurden laut, und man hat versucht, zu erklären, dass es sich bei den LDEs um natürliche Phänomene handelte. Lunan gestand später ein, dass nach neuen Erkenntnissen Epsilon Bootes nicht mehr als Herkunftsort seiner hypothetischen Sonde in Frage kam. Und trotzdem ist das Geheimnis um die LDEs immer noch ungeklärt. -- (Quelle)


Aus dem Forum von SF-Netzwerk zitiert: Im Jahre 1927 stellte ein Funker in Oslo mit Verwunderung fest, daß den Signalen, die er von der holländischen Kurzwellenstation PCJJ in Eindhoven empfing, drei Sekunden später weitere Signale folgten, die eindeutig eine Wiederholung der ersten Signale darstellten. Das seltsame Phänomen, daß dem originalton stets drei Sekunden später Echos nachfolgten, wiederholte sich ein ganzes Jahr zur Verwirrung der Wissenschaftler. Um Klarheit in diesen unerklärlichen Sachverhalt zu bringen, wurde eine Untersuchung vorgenommen. Am 11. Oktober 1928 gelang die gezielte, experimentelle Wiederholung der sonderbaren Erscheinung. Anerkannte Physiker und Beamte der norwegischen Telegraphenverwaltung überwachten den Versuch, der im Grundprinzip in der Ausstrahlung besonders starker Signale durch die Kurzwellenstation PCJJ bestand. Carl Strömer, der Physiker, der das Experiment leitete, berichtete darüber in der Zeitschrift "Nature" in einem Beitrag mit dem Titel "Short Wave Echos and the Aurora Borealis". Der Versuch war in der folgenden Weise abgelaufen: Dr. Balthus van der Pol von der Philips-Radiogesellschaft sandte von Eindhoven aus das verabredete Signal, welches aus drei Punkten bestand. Darauf empfingen er und Carl Strömer in Oslo auf derselben Wellenlänge eine Anzahl von Echos mit unterschiedlichen Intervallen. In Sekunden gemessen ergaben die Verzögerungen die Reihe 8, 11, 15, 8, 13, 3, 8, 8, 8, 12, 15, 13, 8, 8. Die Tatsache, daß der über ein Jahr anhaltende Drei-Sekunden-Verzögerungsrythmus -offensichtlich als Antwort auf den gezielten Versuch- in eine Art Morsecode (bestehend aus Schwankungen in den Verzögerungen) verwandelt wurde, wirbelte einigen Staub auf. Obgleich in den darauffolgenden Jahren auch andere Stationen solche Echos registrierten, wanderte die Angelegenheit schließlich dorthin, wo alles Unerklärliche seine letzte Ruhe findet: zu den Akten. Zahlreiche Erklärungsversuche, einschließlich dem Auftragen der Verzögerungen auf Koordinatensysteme, hatten keine sinnvolle Deutung ergeben. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Wissenschaft jedoch zahlreiche neue Gedanken formuliert und Projekte ventiliert. Darunter auch das Zukunftsprojekt der Aussendung automatischer Raumsonden in ferne Sternenräume. Der Gedanke läßt sich natürlich auch umdrehen. Professor Bracewell vom Radiowissenschaftlichen Institut der Stanford-Universität hält es für möglich, daß fremde Zivilisationen solche Sonden in Sonnensysteme senden könnten, in denen die Vorraussetzungen für das Vorhandensein oder die spätere Entwicklung denkender Lebensformen gegeben sind. Im Zielsystem angekommen, könnte die Aufgabe der Sonde entweder in einer reinen Erkundungstätigkeit(einschließlich der Aufzeichnung etwaiger künstlicher Radioemissionen) oder aber eine Kontaktaufnahme vorsehen. Es ist nicht abwegig, anzunehmen, daß eine derartige Sonde darauf programmiert ist, in einer Umlaufbahn um DEN Planeten abzuwarten, der die optimalsten Vorraussetzungen für die Entstehung organischen Lebens aufweist, um sich schließlich nach dem Heranwachsen einer technischen Zivilisation bei dieser bemerkbar zu machen. So betrachtet, bekommen die mysteriösen Echos der zwanziger Jahre plötzlich Sinn, denn der logische erste Schritt einer Kontaktaufnahme bestünde darin, aufgefangene Signale erst einmal auf derselben Wellenlänge zu wiederholen. Berücksichtigt man, daß die Eindhovener Station in diesen Jahren eine der stärksten auf dem europäischen Festland war, wird klar, was geschehen sein kann. Bracewell hält es für den Gesetzen der Logik entsprechend (die auch für Nichtmenschen gelten müßten), daß die Sonde als Antwort auf ihre Signal-Echos mit einer abermaligen Rückstrahlung durch die irdischen Stationen rechnen würde (wie dies im Zuge des Experiments von 1928 auch geschah). Dadurch wäre der Sonde bekanntgegeben, daß ihre ersten (Echo-)Signale angekommen seien und der Kontakt hergestellt ist. Mit der Übertragung der eigentlichen Botschaft könnte also begonnen werden. Eine Folge von Verzögerungen bedeutet nichts anderes, als den altbekannten Binärcode von 0 und 1, in dem Computer "denken" und der bei der elektronischen Nachrichtenübermittlung eine wesentliche Rolle spielt. Gedenkt man unserer eigenen Versuche zur Kommunikation mit fremden Intelligenzen, so ist es naheliegend anzunehmen, daß der Einstieg einer Botschaft an uns gleichfalls die Übermittlung der Sternenkonstellation des betreffenden Heimatsystems wäre. Fast fünfzig Jahre nach dem Eindhovener Experiment kam der Wissenschaftler Duncan A. Lunan von der Universität Glasgow zu einer faszinierenden Interpretation der damaligen Vorgänge. Er teilte die "Botschaft" in zwei Faktoren (in die Verzögerungen und in die Echos selbst) und trug beide Elemente auf die X- und die Y-Achse eines Koordinatensystems auf. Das daraus entstehende Diagramm ergab das Abbild der Konstellation Bootes (des Ochsentreibers), deren zentraler Stern (Ypsilon Bootis) jedoch fehlte. Seine Position wurde von dem sechsten Echo der Serie eingenommen. Um die Abbildung des Sternbildes Bootes zu vervollständigen, brauchte man diesen Punkt nur 180° um die Vertikalachse zu drehen. Zusätzliches Aufsehen erregte der Umstand, daß Bootes größter Stern (Alpha Bootis oder Arcturus) nicht die heutige Position innehatte, sondern jene, die er aufgrund seiner relativ hohen Eigengeschwindigkeit vor dreizehntausend Jahren einnahm. Es gelang Lunan sogar, alte Aufzeichnungen aus dem Jahr 1923 zu entdecken, die von ähnlichen Morse-Echos berichteten, die eine französische Expedition auffing, welche in Asien Forschungen über die Ausbreitung von Hertz-Wellen betrieb. Lunan erhielt durch Anlegen des bewährten Koordinatensystems eine inhaltlich identische, jedoch um zusätzliche Einzelheiten erweiterte Botschaft. Die Frage, ob die Versuche, die Ende der siebziger Jahre zur Entdeckung dieser außerirdischen Raumsonde, die möglicherweise elftausend Jahre vor Christi in unserem Sonnensystem eintraf und unseren Planeten seither mit der Geduld eines Roboters schweigend umkreist hatte, unternommen wurden, tatsächlich schlüssig sind, steht noch zur Diskussion. Diese Versuche bestanden in der Aussendung von Signalen in verschiedene Himmelsrichtungen und standen unter der Leitung des Kommunikationsexperten Anthony Lawton. Da sie lediglich "Spannungsechos" der Ionosphäre erbrachten, die durch eine besondere Anordnung von Magnetfeldern um Erde und Sonne zu erwarten waren, wurde der Versuch abgebrochen und Lunans Theorie kurzerhand als "natürliches Phänomen" ad acta gelegt."

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